75 Jahre Southern Mills in Atlanta, USA
FRÖSCHE KÜSSEN ODER WIE MAN NISCHENMÄRKTE FINDET UND NUTZT

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DORNIER-Greiferwebmaschinen-Anlage der Fa. Southern Mills
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ie bewegte Geschichte des Unternehmens Southern Mills begann 1925, als der Vater des heutigen Präsidenten William D. Doug Ellis, zwei Wirkmaschinen erwarb und in Atlanta schwere Baumwollwattierungen für Wäschereien herstellte. Dieses Wäschereiprogramm „Fabricare" sollte bis in die 50er Jahre regen Absatz finden. Als dieser Markt stagnierte, war es an der Zeit, „Frösche zu küssen" und zu hoffen, daß daraus Prinzen, sprich neue Absatzmöglichkeiten würden.

Zu einer solchen Chance wurden Ersatzbezüge für Autositze, welche von 1939 bis Mitte der 50er Jahre ein Renner waren. Später wurde für Monsanto ein grüner, genadelter Freilandteppich für Minigolfplätze hergestellt, der sich leider weder auf Tennis- noch auf Golfplätzen anwenden ließ. Ebenfalls für Monsanto entwickelte Southern Mills eine schwere Nadelfilzunterlage unter Fußballplatzbelägen sowie feuerrote Acryl-Stoffe für Jagdbekleidung. Man versuchte sich an Heizdecken, Fußabstreifern, Moppgarnen und Fleischnetzen, die sich alle als echte Frösche herausstellen sollten.

Mitte der 60er Jahre verwandelten sich dann zwei Frösche zu Prinzen, die wieder Erfolge bringen sollten. Bei dem ersten handelte es sich um Grasauffangsäcke für Rasenmäher, welche von der Herstellung des Gewebes, bis zu dessen Konfektion durch Southern Mill produziert wurden. Auf der Kundenliste standen so namhafte US-Mähmaschinenhersteller wie Murray, Jacobson, Torro, Snapper, John Deere, aber auch das Europageschäft florierte.

1964 begann Southern Mills mit der Verarbeitung der neuartigen „Nomex"-Faser von DuPont. Sie war stark wie Nylon, schmolz oder brannte jedoch nicht. Daraus wurden die StoffBesatzung der Raumfähre in Schutzkleidung von Southern Millse und Innenfutter für die Schutzbekleidung von Feuerwehrleuten hergestellt, später übernahm die NASA das Gewebe für die Astronautenanzüge. Southern Mills ist heute der größte Hersteller von Feuerschutzbekleidungsstoffen in den USA. Mit Geweben aus anderen Hochleistungsfasern werden auch die Petroleumindustrie und Munitionshersteller beliefert.

Mit einem modernen Maschinenpark konnten die Arbeitskosten in der Fertigung auf 7,5% des Verkaufspreises gesenkt werden, wobei auch die 92 Greiferwebmaschinen der Firma DORNIER ihren Teil dazu beitragen. Trotzdem wird der Ausbildungsstand des Personals seit Mitte der 80er Jahre durch eigene Schulungsprogramme kontinuierlich verbessert, um auch zukünftig für die Anforderungen des Marktes gewappnet zu sein. Bleibt uns, Southern Mills weiterhin viel Erfolg und manchen verwandelten Frosch zu wünschen.

 

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