In der Textilindustrie
bestimmen immer schnellere
Entwicklungsrhythmen das Marktgeschehen. Wenn neue Garne und
Fasern auf den Markt kommen, sind deren Verarbeitungsparameter noch weitgehend unbekannt. Außerdem werden Gewebe in immer
unterschiedlicheren Anwendungsbereichen genutzt oder mit
neuen, erweiterten Gebrauchsanforderungen konfrontiert. Diese Voraussetzungen
erschweren die Entscheidung für eine bestimmte
Maschinenkonfiguration bei einer bevorstehenden Investition.
Systemfamilie
Um
ihren Kunden auch in diesem Bereich eine optimale Lösung bieten zu können,
hat DORNIER vor rund 10 Jahren begonnen, mit den Greifer- und Luftwebmaschinen
eine Systemfamilie aufzubauen. Entwicklung, aber auch Konstruktion im
Baukastensystem ist sinnvoll, weil sie Kosten senken und die Flexibilität
erhöhen. Schließlich sind 90% der Elektronik und 40% der
mechanischen Teile bei beiden Maschinentypen identisch. In der Praxis
hat sich gezeigt, daß Webern und Webmeistern problemlos gemischte Webreviere
zugeteilt werden können. Da bei gleichen Nennbreiten auch das Zubehör
gleich ist, läßt sich ein einheitliches QSC-System einsetzen. Das vereinfacht
die gesamte Organisation.
Ebenfalls bei DORNIER
seit Jahren praktiziert und durch den CAN-Bus in der Elektronik noch
unterstützt – das Nachrüsten von neuentwickelten Komponenten an vorhandenen
Maschinen. Damit kann den Kunden zum Zeitpunkt der Investition ein Höchstmaß
an Sicherheit geboten werden, die vielleicht jetzt noch nicht bekannten,
künftig aber möglicherweise entscheidenden Parameter in der neuen Maschine
bereits integriert zu haben. Sie läßt sich später rasch und problemlos
an die neuen Forderungen anpassen. Dabei kann heute sogar der Abgleich
neuer Steuerungssoftware online über Modem oder Internet vorgenommen
werden.
Der Einsatz
der Systemfamilie bietet sich bei hochmodischen Webern an, die bisher
auf Greifer webten und sich heute Gedanken machen, auch Standards ins
Programm aufzunehmen. Denn das Nebeneinander von hochmodischen Artikeln
und Standards ist wirtschaftlich gegeben, wenn für letzteres Luftwebmaschinen
eingesetzt werden. Diese Überlegungen gelten in begrenztem Maße auch
für technische Gewebe.
Greiferwebmaschine
Um
die Sicherheit der schnellen Anpassung an neue Trends zu gewährleisten
bietet die Greiferwebmaschine eine Reihe von Möglichkeiten, die schon
im System enthalten sind mit der gesteuerten Mittenübergabe, dem Offenfacheintrag
und einem Stangengreifer, der ohne Führungsorgane im Fach arbeitet.
Die extrem niedrige Schußfadenspannung, unterstützt durch elektronische
Fadenbremsen, macht unabhängig von schwankender Qualität oder niedriger
Reißkraft der verwendeten Schußgarne. Ein modularer Aufbau von elektronischen
Fadenbremsen läßt nachträgliche Anpassung an mehr Schußfarben zu. Dieses
Schußeintragssystem ergibt eine unübertroffene Produktionssicherheit
und somit hohe Produktivität bei höchster Flexibilität.
Unterstützt durch die extrem großen Konfigurationsmöglichkeiten
bietet die Maschine ein einzigartiges Anwendungsspektrum. Es reicht
von hochwertigen Seidenstoffen für Möbelbezüge mit 16 Schußfarben und
Jacquardeinrichtungen mit bis zu 20.000 Platinen, bis hin zu beschichteten
Gitternetzen mit gröbsten Garntitern in Kette und Schuß und Dichten
von 0,5 cm und niedriger.
DORNIER-Fast Dobby Change System FC
Luftwebmaschine
Gleiche Überlegungen
für flexiblen Einsatz wurden damals bei der Entwicklung der Luftwebmaschinen
angestellt. Hier war es insofern leicht, diese Konfigurationsmöglichkeiten
zu berücksichtigen, da auf der Greiferwebmaschine aufgebaut wurde. Der
Ausbau bis zu 8 Schußfarben ist möglich. Für die Prozeßsicherheit des
gesamten pneumatischen Schußeintrags wird ein von DORNIER patentiertes,
permanentes Insertions-Controllsystem, PIC genannt, eingesetzt. Zusätzlich
konnte das Anwendungsspektrum erweitert werden, indem die Nennbreite
bis auf 430 cm vergrößert wurde. Basis hierfür ist das robuste Maschinengestell
mit beidseitigem Blattantrieb und großem Schußeintragsfenster. Wichtig
für den Jacquardweber – die Breitenverstellung ist beidseitig möglich.
Der hohe Stellenwert des Sicherheitsdenkens zum Zeitpunkt der Investition
führte auch zu schneller Anpassung an neue Artikel, hinsichtlich Breithaltersystemen
und Kantenbildung.
Fast Dobby Change, FDC
Für
die Luftwebmaschine wird zusätzlich das System Fast Dobby Change, FDC,
angeboten. Es erlaubt, zu einem späteren Zeitpunkt von Exzenter- auf
Schaftmaschine
innerhalb eines Artikelwechsels umzustellen. Damit lassen sich die Vorteile
der Exzentermaschine bei niedrigschäftigen Artikeln hinsichtlich
Warenbild, Qualität, niedrigen Fadenbrüchen und höchster Tourenzahl
voll nutzen, ohne später bei bindungsbedingten Trends zu hochschäftiger
Ware auf Schaftmaschinenvorteile zu verzichten. Die Rechnung auf der
vorhergehenden Seite zeigt, daß sich dieses System schon in kurzer Zeit
amortisiert.
Kanten
Konventionelle
Kanteneinrichtungen mußten aufgrund mangelnder Zuverlässigkeit auf den
Prüfstand und wurden von DORNIER in Frage gestellt. Heraus kamen völlig
neue Systeme, die durch den Wegfall mechanischer Komponenten und elektronischer
Steuerung die Maschinenkomplexität entscheidend vereinfachten. Hierunter
werden für beide Webmaschinentypen gezählt :
- der 2-Faden-Volldreher Disc-O-Leno®
- der modular aufgebaute Doppelscheibendreher EcoLeno®
- der MotoLeno® und MotoEco® – ein Scheibendreher, bei dem die
Scheibe gleichzeitig der Motor ist.
- Für die Luftwebmaschine kommt zusätzlich für die Gestaltung einer
Einlegekante der pneumatische Einleger Pneuma-Tucker® zum Einsatz.
Elektronik
In
den letzten Jahren hat die Elektronik mit Hilfe des CAN-Busses einen
entscheidenden Anteil an der Vereinfachung dieser vorher angesprochenen
Konfigurationsmöglichkeiten genommen.
Der Wegfall mechanischer
Aggregate, ein bedienungsfreundliches, grafikfähiges Display für den
einfachen Dialog Mensch-Maschine, die Reproduzierbarkeit von Einstellungen,
ein serienmäßiger Ethernetanschluß für bidirektionale Kommunikation
und Voraussetzung für Teleservice, das sind nur einige der Highlights
der modernen Elektronik im DORNIER-Webmaschinenbau.
Mit seinem zusätzlich angebotenen,
globalen Kommunikations-Netzwerk DoNet, welches die Verbindung zwischen
Maschine, Weber und Maschinenhersteller aufbaut, bietet DORNIER die
nötige Sicherheit für zukünftige Investitonsentscheidungen in Webmaschinen.
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Wirtschaftlichkeit Exzenter- zu Schaftmaschine Basisdaten:
6200 Jahresstunden, Kettlänge 1800m,
Konstruktion Kette: Ne 50/2, 31 Fd/cm; Schuß: Ne 30/1, 25 Fd/cm.
Garnpreis 7DM/kg |
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| Tourenzahl
Exzentermaschine |
990
Upm |
| Tourenzahl
Schaftmaschine |
890
Upm |
| Webkosten
pro 100m; bei Exzenter (Schaft 100%) |
86,3% |
| Mehrproduktion
Jahr/ Maschine bei Exzenter |
11.980
m |
| Umsatzgewinn/Jahr
bei 2DM/lfm |
23.960
DM |
| Kapitaleinsatz
Schaftmaschine |
ca.
25.000 DM |
| Amortisationszeit |
1,04
Jahre |
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