Lanificio Reggiani S.p.A., Varallo, Italien
DIE HOHE SCHULE DES „STRETCH"


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Mit dem Wunsch der Modewelt nach bequemen, strapazierfähigen und vor allem pflegeleichten Textilien schlug die Stunde der Weberei Reggiani in Varallo, Italien. Wie kaum ein anderes Unternehmen der Branche konnte sich Reggiani auf die sichere Herstellung hochsensibler, elastischer Gewebe spezialisieren und so diesen Modetrend massgeblich beeinflussen. Doch was so einfach klingt, forderte hohe Flexibilität, umfassendes Know-how und das eingespielte Team des F
amilienunternehmens.

Bequemlichkeit, Komfort und Funktionalität - so etwa lassen sich die Eigenschaften von Textilien  beschreiben, denen Elastan beigemischt ist. Worüber in den 80er-Jahren erst gesprochen wurde, galt in den 90er-Jahren bereits als „der Stoff der Zukunft" - elastische Gewebe. Für Attilio Reggiani, Chef des gleichnamigen Familienunternehmens im italienischen Varallo, begann mit dem Entscheid für die elastischen Stoffe eine Erfolgsgeschichte, geprägt von grossen Entwicklungsanstrengungen. Kaum ein anderer Stoff lässt sich so schwierig herstellen wie die Gewebe mit den quicklebendigen Elastanfasern. Das Unternehmen Reggiani gilt als Pionier auf diesem Gebiet und war das erste, welches die Stretchgewebe neben der Sportbekleidung auch im High-Fashion-Sektor etablieren konnte. Reggiani hat die Stretchgewebe im eigentlichen Sinn revolutioniert. Und wie es sich für einen echten Pionier gehört, leistete das Unternehmen enorme Basisarbeit. Heute blickt Reggiani nicht ohne Stolz auf seine Leistungen zurück. Zu Recht darf das Unternehmen für sich in Anspruch nehmen, den elastischen Geweben, auf der Basis des Zusammenspiels von Elastan mit Naturfasern (Baumwolle, Wolle, Seide, Kaschmir), ein neues Gesicht gegeben zu haben.

„Stretch" ist längst salonfähig geworden und aus der Damen-, ja selbst der Herrenbekleidung nicht mehr wegzudenken. Die Vorteile liegen auf der Hand: Edle Kleidungsstücke sehen auch nach längerem Tragen immer noch gepflegt aus.

 

Attilio Reggiani (2. von links), Besitzer des gleichnamigen Unternehmens, mit Familienangehörigen und Mitarbeitern

Die Firma Lanificio Reggiani S.p.A.
Die Weberei Reggiani ist ein Familienbetrieb, in dem auch Nicht-Familienmitglieder zum eingeschworenen Team gehören. Sohn Giovanni ist spezialisiert auf Forschung, Tochter Elena zuständig fürs Kreative und Signora Beatrice, die Ehefrau von Attilio Reggiani, kümmert sich um die Administration. Elena Reggiani ist überzeugt, dass der Siegeszug der Stretchgewebe gerade erst begonnen hat. Künftig würden modebewusste Kundinnen und Kunden kaum noch auf die aussergewöhnlichen Trageeigenschaften der modernen Stoffe verzichten wollen, auf die Weichheit, den einzigartigen Griff, die Stabilität und Funktionalität. Entsprechend gross ist das Engagement des Hauses Reggiani im Bereich der Produktinnovationen. Immer häufiger werden Stoffe mit sogenanntem Zusatznutzen angeboten. Beispielsweise «Windtex», eine wasserdichte, jedoch atmungsaktive Membrane oder «100 % Tactel Aquator», eine hochatmungsaktive Tactel-Qualität, welche die Feuchtigkeit des Körpers nach aussen transportiert oder «Teflon», ein luftdurchlässiges Gewebe, welches gegen Regen und Schmutz schützt. Besonders aktuell ist das Gewebe «Sunfit», eine Mischung aus Baumwolle und Polyester/ Keramik, die heisse Aussentemperaturen abhält und vor schädlicher UV-Strahlung schützt.

So viel Innovation, könnte man vermuten, basiere auf jahrzehnte-, wenn nicht jahrhundertelanger Tradition, wie das bei verschiedenen italienischen Textilbetrieben der Fall ist. Die Weberei Reggiani wurde aber «erst» 1973 als Familienbetrieb gegründet. Diese Struktur liegt allen Verantwortlichen sehr am Herzen. Der Betrieb soll überschaubar bleiben, damit Qualität gewährleistet ist und der Austausch mit den innovativen Modemärkten intensiv und gründlich erfolgen kann. Ein weiterer Grund dafür, dass das Unternehmen nicht wachsen möchte, sondern seine Zukunft in immer höherer Spezialisierung, Leistungssteigerung und dem Angebot immer neuer Stoffe sieht, ist die Flexibilität, welche nur mit einem kleinen, eingespielten Team gegeben ist.

DORNIER-Greifer- und Luftwebmaschinen-Anlage im Werk Varallo, Italien
 
Die Produktionsanlagen

Der Wille zur Innovation und die Überzeugung, damit in Zukunft auf dem hart umkämpften Textilmarkt neben dem oberen auch im mittleren Preisbereich bestehen zu können, zeigt sich in der Ausgestaltung der Produktionsanlagen. 

Die Arbeitsplätze sollen den Mitarbeitern bei Reggiani eine möglichst angenehme Atmosphäre bieten, was sich auf die Motivation und letztlich auf die Leistung auswirkt. Ein grosses Labor lässt Forschungsarbeiten mit modernsten Technologien und Geräten zu. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: 3 Mio. Meter Stoff werden jährlich produziert, mit 100 Mitarbeitenden. Alle Produktionssteigerungen fielen über die letzten Jahre zweistellig aus. Mitentscheidend für die homogene, hohe Leistung ist, dass bei Reggiani vollstufig gearbeitet wird - von der eigenen Zwirnerei, Weberei bis zur Ausrüstung. Das Unternehmen überwacht alle Produktionsstufen genauestens und kann Erfahrungen in jedem Bereich umsetzen und aufeinander abstimmen. 

Reggiani gilt als einer der bedeutendsten Hersteller elastischer Stoffe in Europa. Und als einer der qualitativ hochwertigsten. So sind nach jedem Arbeitsgang Qualitätskontrollen eingeschaltet, die den 2.-Wahlanteil der Fertigware auf unter 2 % halten. Obwohl in der Rohware, d.h. der Weberei der geringste Anteil entsteht und eine schnelle Kommunikation zwischen eigener Weberei und Ausrüstung besteht, wird grundsätzlich von jedem Artikel direkt nach dem Anlauf der Webmaschine eine Musterfärbung vorgenommen, um so mögliche Fehler oder Eigenheiten zu erkennen. Erst nach dieser Kontrolle wird die gesamte Metrage gewebt. Die grosse Vorsicht zahlt sich aus, denn Lycra ist eine ausgesprochen empfindliche Faser. Ein Umstand, welcher in der Produktion stets berücksichtigt werden muss.


Entscheidung für DORNIER-Webmaschinen

Das hohe Qualitätsniveau von Lanificio Reggiani gab letztlich den Ausschlag für den Entscheid zugunsten von DORNIER-Webmaschinen. Insgesamt stehen 42 Maschinen in Varallo.

Attilio Reggiani betont, dass er sich für DORNIER-Webmaschinen entschieden hat, weil diese als einzige gewährleisten konnten, dass Anlaufstellen sicher vermieden werden, der Offenfachschusseintrag des Greifers Rückspringer vermeidet und eine gleichmässige Spannung über die gesamte Gewebebreite garantiert ist. Rund 70 % der Produktion werden exportiert.
Abnehmer sind namhafte Couturiers und Modehäuser. Die Palette umfasst 250 Artikel aus bi-elastischem Gewebe und reicht von sehr feinen Hemdenstoffen, welche äusserst empfindlich auf Anlaufstellen reagieren, bis hin zu schweren, edlen Mantelstoffen, beispielsweise aus Wolle-Kaschmir-Elastan. Grossen Erfolg haben Mischungen mit Baumwolle und Seide, ausserdem die Reggiani Gabardine- und Fresko-Gewebe und natürlich die weich fliessenden Soft-Crêpe-Stoffe aus Wolle-Viskose-Lycra.


 

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