Doppelte Leistung dank EasyLeno®
DREHERWEBEN – LEICHT UND SCHNELL


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Im Bereich technischer Textilien und bei Heimtextilien sind Gewebe bekannt, die in loser Einstellung hergestellt werden und schiebefest sein müssen. Man spricht hierbei von Drehergeweben. Die bekannten Herstellverfahren lassen nur eine niedrige Tourenzahl zu. Mit einer Neuentwicklung in der Drehertechnik, dem zum Patent angemeldeten System EasyLeno®, bieten die DORNIER-Webmaschinen ein bis zu 100% höheres Leistungspotential. Das System kann sowohl für DORNIER Luft- wie Greiferwebmaschinen angeboten werden.

DORNIER Greiferwebmaschinen-Anlage mit neuem Drehersystem EasyLeno® zur Herstellung von Glasdrehergewebe in der Slowakei


Die Drehertechnik


Während bei einem normalen Gewebe nur das Kettfadensystem mit den Schussfäden verkreuzt wird, verkreuzen sich bei Drehergeweben zusätzlich die Kettfäden gegeneinander. Ein Drehergewebe besteht, wie ein normales Gewebe, aus Kett- und Schussfadensystem. Jedoch ist das Kettfadensystem in Steherkettfäden und Dreherkettfäden unterteilt. Die Steherkettfäden befinden sich immer unter den Schussfäden, deswegen bilden sie beim Weben das Unterfach. Auf der anderen Seite befinden sich die Dreherkettfäden immer oberhalb der Schussfäden und bilden beim Weben das Oberfach. Der Zusammenhalt des Drehergewebes wird dadurch erreicht, indem der Dreherkettfaden beim Schusseintrag einmal linksseitig und einmal rechtsseitig vom Steherfaden einer Drehergruppe positioniert wird. Aufgrund derartiger Dreherbindungen der Kettfäden mit den Schussfäden erlaubt ein Drehergewebe schiebefeste, gitterartige Gewebekonstruktionen mit offener Einstellung in Kett- und Schussrichtung.

Die Art der Abbindung wird heute durch das gestürzte Dreherverfahren erreicht, welches die Drehzahl der Webmaschine einschränkt und hohen Verschleiss der Dreherlitzenpaare verursacht.


Das neue DORNIER EasyLeno®-System


Im Gegensatz zum klassischen System wird hierbei mit zwei Nadelrieten gearbeitet, die durch den vorhandenen Webmaschinenantrieb bewegt werden. Die Steherkettfäden sind in einem Steher-Nadelriet (in Grafik blau) aufgenommen. Dieses Riet wird im Webmaschinentakt einmal um die Distanz eines Dreherpaares nach rechts und einmal nach links verschoben. Um nun eine Dreherbindung zu produzieren müssen nur noch die im Schwenk-Nadelriet (in Grafik grau) aufgenommenen Dreherkettfäden zwischen Ober- und Unterfach hoch und tief bewegt werden. Befindet sich das Schwenk-Nadelriet im Unterfach so kann der Drehvorgang der Kettfäden und der Blattanschlag der Webmaschine stattfinden. Bewegt sich das Schwenk-Nadelriet vom Unter- ins Oberfach so kann das Webblatt (in Grafik grün) zugleich vom Anschlag in die hinterste Position für den Blattanschlag bewegt werden. Das heisst, der Webladenantrieb ist gleichzeitig auch der Antrieb für die Blatt- und Schwenk-Nadelrietbewegung. Dabei wird automatisch gewährleistet, dass die Blattbewegung synchron zur Fachbildungsbewegung verläuft. Im Nadelriet sind die Nadeln jeweils durch Flachstäbe getrennt.

Antrieb mit Steher-Nadelriet (blau), Schwenk-Nadelriet (grau) und Webblatt (grün)


Damit werden folgende Aufgaben erfüllt:

  • Ein Kettfaden kann nur eine Nadel zur Herstellung der Dreherbindung überspringen.
  • Die Nadeln im Steher-Nadelriet können durch einen Unterbau in der Maschine gehalten und angetrieben werden. Über die gesamte Breite durchdringen keine Fremdelemente die Kettfäden.

Die entscheidenden Vorteile dieses Dreherverfahrens sind:

  • Webmaschine ohne Oberbau.
  • Normales Vorder- und Hinterfach, mit der Möglichkeit, bei Artikelwechsel ein Fadenkreuz einzulesen.
  • Die Kettfäden umschlingen die Nadeln nur minimal, so dass das System auch kettfadenschonend, verschleissarm in den Nadeln und wartungsfreundlich ist.
  • Beide Fadensysteme, der Dreher- und der Steherfaden erfahren die gleiche Aushebung auch bei symmetrischem Fach. So sind beide Fadensysteme gleich belastet und das schont reibungsempfindliche Kettgarne wie z.B. Glas.
  • Die aufwendige Reinigung, ohne die traditionelle Glaswebmaschinen nicht die geforderte Qualität erbringen können, entfällt komplett. Dies schafft einen zusätzlichen Zeitvorteil.
  • Fadenbruchbehebung und Kettwechsel sind einfach und bedienungsfreundlich.
  • Hohe Fadendichte ist bis zu 20 Fd/cm möglich.
  • Drehzahlgrenzen bestehen nur noch durch das Schusseintragssystem, die Maschinennennbreite und das eingesetzte Kett- und Schussmaterial, nicht aber durch die Drehereinrichtung. So sind Eintragsleistungen bei breiten Luftwebmaschinen bis zu 2.300 m/min möglich.
  • Die Dreherbindung erfolgt über den Maschinenantrieb. Daher sind weder Fachbildemaschine, Schaftunterzug noch Schäfte und Litzen notwendig.
  • Das System ist einsetzbar für DORNIER Luft- und Greiferwebmaschinen.


Einsatzgebiete für EasyLeno®


Das neue Verfahren eignet sich für alle Drehergewebe – von sehr leichten Gardinen bis zu schwersten Glasrovings.

Drehergewebe werden vorwiegend aus Materialien, wie Glas,- Polypropylen,- Polyester- aber auch aus Aramid- und Leinengarnen für Heimtextilien und Technischen Gewebe hergestellt.

Im Bereich Heimtextilien sind es Gardinen aus Polyester-Drehergewebe vornehmlich auf Luft- und Greiferwebmaschinen in Nennbreiten von 300 bis 360 cm.

Bei Technischen Geweben gibt es eine Vielzahl von Anwendungen. So kennt man Glasdrehergewebe für Verstärkung der Putzschichten von Hauswänden und als Trägermaterial für Trenn- und Schleifscheiben, vornehmlich hergestellt auf Greiferwebmaschinen in Nennbreiten von 200 bis 240 cm. Polypropylen-Drehergewebe sind als schiebefeste Flächengebilde im Geotextilien- und Agrarbereich im Einsatz. Bei latexfreien Teppichen bzw. Bodenbelägen ersetzt diese Art Gewebe als Zweitrücken die Schaumstoffbeschichtung. Hierfür werden Luftwebmaschinen eingesetzt in Nennbreiten von 400 bis 540 cm.

Obwohl erst kurz im Markt angeboten, sind bereits mehrere Anlagen mit EasyLeno®-Technik auf DORNIER Luft- und Greiferwebmaschinen im industriellen Einsatz.


Weiterentwicklung für L 1/1

Eine Weiterentwicklung lässt mit dieser Technik jetzt auch das Weben in Dreher- und Leinwandtechnik zu und schafft eine neue Dimension von Flexibilität. Gardinenweber werden hierdurch in die Lage versetzt, sowohl Drehergewebe wie leinwandbindige Artikel mit der gleichen Webmaschine herzustellen. Darüber hinaus sind auch völlig neue Creationen für die Gewebegestaltung denkbar. So könnten Deko- und Bekleidungsstoffe mit Längsstreifen aus leinwand- und dreherbindigen Kettfäden entwickelt werden.

Gardinenstoff / Glasdrehergewebe für Bautenschutz / PP-Drehergewebe für Teppichrücken
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