Machasa S.A. im chilenischen Chiguayante
DENIM DOPPELBREIT AUF
DORNIER - LUFTWEBMASCHINEN

Rückwärts blätternVorwärts blättern
Der Kampf um die Erhaltung weltweiter Kunkurrenzfähigkeit, sowohl in Qualität wie auch im Preis, wird immer härter. Auf der Suche nach neuen Technologien, die zusätzliche Anreize bieten, kann Machasa, der größte Exporteur von Baumwoll-Erzeugnissen in Chile, mit Genugtuung und Stolz auf die seit 1994 realisierte Arbeit zurückblicken.

Im Werk Chiguayante, in der VIII chilenischen Region, produzierte Machasa 1994 monatlich 700.000m ausgerüstetes Gewebe. 1995 wurde die Produktion auf 1.500.000m erhöht und 1996 wird die Produktion der gesamten Denim-Palette (Indigo- und Bull Denim) die 2.200.000m Marke erreichen.

DORNIER-Luftwebanlage der Firma MachasaDie Firma Machasa S.A. in ihrer heutigen Form entstand 1994 unter der Leitung von Herrn Jaime Link, der die totale technologische Erneuerung der bereits im Jahre 1907 gegründeten Firma mit einer sehr wechselhaften Vergangenheit initiierte. Ohne zu warten, daß z.B. die chilenische Regierung die Probleme löst, die vornehmlich auf die Globalisierung der Märkte zurückzuführen sind, wurden Initiativen ergriffen, um eine echte Modernisierung der Textiltechnologie zu realisieren.

Vor allem im Webereibereich wurde mit der Einführung der neuen DORNIER-Luftwebmaschinen eine Pionier-Leistung vollbracht, womit der Weg zur weltweiten Konkurrenzfähigkeit eröffnet wurde und die Führungsrolle in der chilenischen Baumwollindustrie konsolidiert wird.

Die Modernisierung von Machasa

Unter der Bezeichnung BIODENIM 2000/95 sind folgende Komponenten der Modernisierung zusammengefaßt:

• Spinnerei
• Weberei
• Ausrüstung
• Hilfsdienste und Versorgung
• Personalschulung

Zusammengenommen hat dies eine Investition von US $ 18.000.000 in Maschinen und Infrastruktur erfordert. Das Projekt beinhaltete in Rekordzeit den Kauf und die Inbetriebnahme von Maschinen in der Spinnerei mit neuer Öffnungs- und Reinigungsanlage, Hochleistungskarden, Spinnstrecken und Openend-Spinnmaschinen, in der Webereivorbereitung mit modernsten Zettelmaschinen und einer neuen Indigo-Multicolor-Anlage und in der Weberei mit doppelbreiten DORNIER-Luftwebmaschinen.

Während diese Reportage entstand, produzierte die Weberei ca. 1.800.000 m pro Monat, die sich in ca. 250.000 in Bull Denim, roh und ca. 1.550.000 m lndigo Denim aufteilte, wovon 70 % für den Export bestimmt sind (Italien, USA, Mexiko, Kolumbien, Venezuela) und 30 % für den Inland-Bedarf.

Um eine weitere Steigerung auf bis zu 2,2 Mio m/Monat in 1996 zu realisieren, wurden folgende organisatorische Maßnahmen durchgeführt:
Die 250.000m/Monat Bull Denim roh mit 13 oz. werden gegenwärtig noch auf Projektilmaschinen produziert, während die ca. 1.550.000 m/Monat Indigo-Denim im neuen Websaal mit 48 doppelbahnigen DORNIER-Luftwebmaschinen gewebt werden.

Prüfung der Farbgleichheit beider Gewebebahnen A und BWir waren insbesondere beeindruckt von dem Lauf dieser Maschinen, die den Indigo-Denim von Machasa mit 14,5 oz. mit einer Fertigbreite von 160/156 cm und einem Gewicht von 492 g/Ifm fertigten. Diese 48 doppelbahnigen DORNIER-Luftwebmaschinen, installiert in einem Websaal mit einer modernen Klimatisierung und Overhead-Cleaners, die die Luft frei von Flug und Staub halten, arbeiten mit einer Durchschnitts-Geschwindigkeit von 480Upm und einem durchschnittlichen Nutzeffekt von über 90 %.Bevor man die Maschinen kaufte, vergewisserte man sich gewissenhaft, ob diese optimalen Ergebnisse in der Praxis erreicht werden können.

Über eine gutgenutzte Erprobungszeit, in der man eine Vorführmaschine intensiv testete, wurde überprüft, ob folgende, für den Kauf entscheidende Kriterien eingehalten wurden:

Handling der Maschine im Vergleich zum Fertigungsniveau des vorhandenen Personals und vereinfachte Instandhaltungsroutinen
Kraftstromaufnahme, Ersatzteilbedarf, Betriebskosten, usw.
Produktivitäts- und Geschwindigkeits-Niveau zur Gewährleistung niedriger Produktionskosten
Automatisierungsgrad zur Erreichung höchster Qualität bei gleichzeitiger Personaleinsparung
Vielseitigkeit und Flexibilität bei der Anwendung der Maschine in der Praxis
Umweltfreundlichkeit

Beobachtungen vor Ort, gestützt durch Gespräche sowohl mit der Geschäftsführung als auch mit dem Personal der Weberei, brachten die Erkenntnis, daß alle Vorgaben übertroffen wurden, womit die wirtschaftliche Ausnutzung der Anlage außer Frage stand.

Die wichtigsten technischen Eigenschaften,die diesen echten Pionier der Denim-Weber auszeichnen, lassen sich in den folgenden Punkten zusammenfassen:

eine robuste Webmaschine ohne Verankerung, einfach auf Isolierplatten gestellt, vibrationsfreier Lauf und niedriger Schallpegel im Websaal
unabhängige Spannungseinstellung mittels Sensoren und elektronische Kettschaltung für die Teilkettbäume
elektronische Steuerung der Eintragsdüsen mit einem relativ niedrigen Luftverbrauch und Vorspulgeräte mit automatischer Einfädelung
sehr robustes Maschinengestell
beidseitiger Ladenantrieb mittels Komplimentärexzenter, die einen präzisen Blattanschlag gewährleisten
elektronisch gesteuerte Schuß- und Breithalterscheren
ein System intelligenter elektronischer Komponenten, die eine Reihe vormals mechanischer Funktionen erfassen, überwachen, regeln und optimieren, so daß bei diesen Webmaschinenfunktionen die normalen menschlichen Fehlbedienungen ausgeschlossen werden
Dialog-Panel als Schnittstelle und Steuereinheit zwischen Mensch und Maschine.

Die Investition beinhaltet auch intensive Personalschulung. Zur Zeit beschäftigt die Firma 600 Mitarbeiter, die vier Schichten an 358 Tagen pro Jahr arbeiten.

Der Betriebsdirektor von Machasa, Herr Marshall, erläutert abschließend:

"Wir haben jedem von uns neue, bisher nicht bekannte Funktionen zugeordnet. Sie orientieren sich stärker auf den Arbeitsablauf, der jetzt gruppenweise, ablauforientiert mehr auf Arbeitsschritte als auf Arbeitsplätze organisiert ist. So haben wir gute Erfahrungen mit jungen Leuten mit einer mittleren industriellen Ausbildung gemacht, die sich problemlos in der Bedienung der elektronischen Tastaturen und Displays der verschiedenen Textilmaschinen eingearbeitet haben. Wir werden weiterhin darauf hinarbeiten, die menschlichen Komponenten des Arbeitsablaufes gebührend zu gewichten, da wir dies als Drehachse für den Erfolg unserer Firma erkannt haben.

Es ist nicht der chilenische Markt, es Sind die anspruchsvollen Weltmärkte, die wir anvisieren. Deswegen müssen wir Qualität, Preis und Service auf Weltniveau bieten und innerhalb dieses Kontextes für die Zukunft weiterplanen.
Dazu haben wir uns folgende Teilziele gesetzt:

weitere Steigerung der Produktion
den NAFTA-Beitritt mit optimaler Produktqualität vorbereiten
zwischen 1996 und Anfang 1997 Erlangung des erforderlichen Qualitäts-Niveaus zur Erlangung der Qualitäts-Zertifizierung ISO 9001 und 9002 seitens der EG, wofür bereits seit Monaten die langwierigen internen Audits im Gange sind."

Dieser Artikel ist ein Auszug aus einer Veröffentlichung der südamerikanischen Zeitschrift Textiles Panamericanos