Mit
dem Luftschiff neuer Technologie von der Zeppelin Luftschifftechnik
GmbH in Friedrichshafen, Deutschland, wird die Tradition des legendären
Graf Zeppelin fortgesetzt, an der der Begründer der Firma DORNIER,
Prof. Claude Dornier zu Beginn dieses Jahrhunderts maßgeblichen Anteil
hatte. Daß der Name DORNIER jetzt wieder mit dem Luftschiffbau in
Verbindung gebracht wird, liegt an der Weitsicht des Unternehmers,
schon 1950 in der Produktpolitik intelligent diversifiziert zu haben.
So begann sein Sohn Peter damals in Lindau mit dem Bau von Webmaschinen,
auf denen heute für dieses Luftschiff einige der Ausgangsmaterialien
gewebt werden.
Verwendung von nichtbrennbarem Helium, vertikale Start- und Landefähigkeit selbst bei Windgeschwindigkeiten bis 50 Km/h, extrem lange Flugdauer, das ausgeprägte Langsamflugverhalten und Stillstand über dem Einsatzgebiet in jeder Höhe bis 2.500 Metern kennzeichnen dieses Luftschiff neuer Technologie. Dies ermöglicht eine gute Wirtschaftlichkeit bei gleichzeitiger hoher Umweltverträglichkeit. So soll die fliegende Zigarre", die auf der diesjährigen Luftfahrtmesse AERO 97 in Friedrichshafen ausgestellt wurde, mit einer Geschwindigkeit von bis zu 150 Km/h zwölf Passagieren plus Besatzung einen sanften und schonenden Tourismus bieten. Durch die maximale Flugdauer von bis zu 28 Stunden sind darüber hinaus Einsatzmöglichkeiten denkbar für Langzeitmissionen wie Seestraßenüberwachung, Fischereischutz, Grenzpatroullien, Landverkehrsbeobachtung, Emissionsmessungen für Umweltschutzaufgaben, Landvermessung bis hin zu Transportdiensten in schwer zugänglichen Gebieten. Die Außenhaut des Luftschiffes besteht aus einem speziell beschichteten Gewebe aus 1000 den high tenacity Nylon, bei dem an die Verarbeitung aufgrund der extremen Schiebeempfindlichkeit hohe Anforderungen gestellt werden. Kaschiert wird das Gewebe dann noch mit einer titanoxidhaltigen Folie. Der Hersteller dieses Gewebes ist ein DORNIER-Greiferwebmaschinen-Kunde aus USA. Um die Struktur einerseits stabil und anderseits leicht zu bauen, bietet sich als Werkstoff CFK an. Für Leitwerkstruktur, Passagiergondel und Antriebsgehäuse verwendet man eine Sandwichbauweise, die Dreieckspanten der Innenkonstruktion bestehen aus Kohlefaserrovings.
Wären die Garne geschlichtet, gedreht oder gezwirnt ergäben sich weniger technische Probleme. Zudem sind diese Garne spröde, das heißt bruchempfindlich gegen Querbelastung, haben geringe oder keine Dehnung und lassen sich nur schwierig schneiden aufgrund ihres Bändchencharakters. Diese Bändchenform hat jedoch auch einen Vorteil gegenüber gedrehten oder gezwirnten Fäden mit rundem Querschnitt. Daraus gefertigte Gewebe haben einen geringen Querschnitt und benötigen damit weniger Verharzungsmasse. Dadurch wird das Bauteil bei gleicher mechanischer Festigkeit leichter. Die Besonderheit der Gewebe besteht also in der notwendigen, schonenden Verarbeitung der aus feinfädigen, spröden Einzelkapillaren bestehenden Bändchengarnen. Gerade hier kommen die Vorteile der DORNIER-Greiferwebmaschine voll zur Geltung. Die geringe Geschwindigkeit des Gebergreifers bei der Fadenaufnahme und des Nehmergreifers bei der Übergabe ermöglicht den Ballonaufbau am Ablaufkörper oder Vorspulgerät schonend und ohne große Spannungsspitze zu beginnen. Softklemmen in den Greiferköpfen sorgen dafür, daß die spröden Garne bei der Fadenaufnahme und Übergabe nicht abgehackt, aber trotzdem alle Einzelkapillare sicher geklemmt werden. Durch Spezialscheren ist ein sicherer Schnitt der Schußgarne gewährleistet. Im Kettbereich ist es entscheidend wichtig, daß die starre Greiferstange der DORNIER-Greiferwebmaschine keine Führungselemente im Fach benötigt. Wenn dieses brüchige, feinkapillarige Material bei jedem Schuß von Führungsorganen gespalten, verdrängt oder gar verletzt würde, wäre ein Weben undenkbar. Im Bereich grober Garntiter und geringer Kettfadenzahlen webt man besser direkt ab Gatter. Hierbei wird eine gleichmäßige Kettspannung aller Einzelfäden durch ein spezielles Dreiwalzenwerk in der Web-maschine gewährleistet. Durch den Einsatz ihrer Webmaschine für diese Materialien bleibt die Firma DORNIER auch heute weiterhin der Luftfahrt verbunden. So bestehen auch wesentliche Bauteile der Airbus-Typenreihe aus Kohlefaser-, Aramid und Glasfasergeweben, die von unseren Kunden gewebt werden. |