Diversifikation im Produktionsprogramm
Textilausrüstungsmaschinen von DORNIER

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Im Bereich der Entwicklung und Herstellung von Textilausrüstungs-Maschinen besitzt die Lindauer DORNIER GmbH eine umfangreiche, rund fünfzigjährige Erfahrung. Dieser Produktionszweig entstand 1950 auf der Basis einer Lizenz-Vereinbarung mit dem damaligen Textilmaschinenhersteller Haubold aus Chemnitz. Die Fertigung umfaßte anfangs neben Spannrahmen und Foulards auch Kettenmercerisiermaschinen für Gewebe.

Als in den 70er Jahren der Wunsch nach Schlauchwirkwarenbehandlung aufkam, entstand 1979 durch die Zusammenarbeit mit der Firma Terlinden in der Schweiz die erste kontinuierlich arbeitende Schlauchmercerisier-Anlage mit patentierten Rundbreithaltern.DORNIER folgte damit der Forderung des Marktes, wichtige Ausrüstungspassagen der Rundwirkware im runden Zustand zu behandeln, um die Gleichmäßigkeit über die gesamte Schlauchbreite zu garantieren.Innerhalb der nächsten Jahre entstand eine Systemfamilie, bestehend aus Senge, Mercerisiermaschine und kombinierter Mercerisier-Bleichanlage.

Kombinierte DORNIER Mercerisier-BleichanlageMercerisierung sichert Glanz
und Maßbeständigkeit

Mercerisierte Wirkwaren aus Baumwolle, Baumwollmischungen, Baumwolle/Lycra und seit kurzem auch aus Tencel, zeichnen sich vor allem durch folgende Vorzüge aus: Reduzierter Schrägverzug und geringeres Pilling nach dem Waschen, permanenter Glanz, Brillianz und Tiefe der Farben, seidig weicher Griff, hohe Elastizität, erhebliche Farbstoffeinsparung (bis zu 30 %), sowie große Maßbeständigkeit in Länge und Breite.

Vor allem der so erzielte Glanz und die Maßbeständigkeit der Wirkware sind von einer kontrollierten Spannung während des gesamten Mercerisiervorganges abhängig. Diese wird vor allem durch die Bedingungen innerhalb der Eintrittspartie, bei der Imprägnierung, aber hauptsächlich während der kritischen Stabilisierungsphase bestimmt.

Durch das bereits erwähnte, auf dem patentierten Rundbreithalter basierende DORNIER-Konzept ist während sämtlicher Bearbeitungsstufen zu jeder Zeit gewährleistet, daß der Schlauch in seinem natürlichen Zustand gespannt wird. Die Folge ist eine zuverlässige Stabilisierung ohne Bugmarkierungen. Einige Angaben zum technischen Vorgang verdeutlichen das konstruktive Prinzip der Rundbreithalter-Technologie:Die im Durchmesser von 10’ bis 40’ (254 bis 1016 mm) motorisch verstellbaren Rundbreithalter sind im Zentrum der Waschtürme schwimmend gelagert. Sie werden durch konkave Walzen in einer vertikalen Stellung gehalten. Ihrem Umfang angepaßte Sprühringe sorgen für ein gleichmäßiges Besprühen der Schlauchware mit ca. 80° C warmen Wassers.

Aufgrund dieser besonderen Konzeption wird über den gesamten Umfang des Schlauches ein sehr gleichmäßiges Stabilisieren und Waschen erreicht. Die Anordnung der entsprechenden Stabilisier-, Wasch- und Neutralisierpartien in jeweils einem Winkel von 90° gewährleisten darüber hinaus eine extrem maschenverzugsfreie Mercerisation.

Die gesamte Anlage ist als Baukastensystem konzipiert. So läßt sich zum Beispiel durch Einsatz zusätzlicher Module die Anzahl der Rundbreithalter jederzeit ergänzen. Hierdurch wird unter anderem eine dem jeweiligen, individuellen Bedarf des einzelnen Verarbeitungs-Unternehmens genau angepaßte Anlagendimension ermöglicht.

Effiziente Kombianlage für Mercerisieren und Bleichen
Gerade mittelständische Wirkwarenausrüster benutzen reine Mercerisieranlagen aufgrund relativ kleiner Wirkwarenmengen häufig nicht rund um die Uhr. Um besonders diesem Anwenderkreis eine wirtschaftlichere Lösung anbieten zu können, entwickelte DORNIER eine Kombianlage. Diese ist für das abwechselnde Mercerisieren und Bleichen innerhalb einer Maschine ausgelegt. Damit wurde eine technisch und wirtschaftlich ideale Möglichkeit realisiert, eine genau dem individuellen Bedarf angepaßte Anlagenkapazität zu installieren.

Die spezielle Arbeitsweise des Systems gewährleistet einen knitterfreien Gewebedurchlauf, einen hohen Weißheitsgrad und sichere Reproduzierbarkeit aller Ergebnisse. Darüber hinaus wird mit der umweltverträglichen und harmlosen Peroxidbleiche im Pad-Steam-Verfahren gearbeitet.

Diese Kombinationsmaschine besteht aus dem Einlaß, dem Imprägnierabteil für Peroxid, einer Aufheizkammer, der Verweilkammer, je nach Bedarf aus zwei bis vier Waschtürmen, dem Neutralisierbad und dem Faltenleger.

Die Ware wird über den Einlaß in das Imprägnierabteil geführt und hier mit Peroxidlösung gesättigt. Danach durchläuft das Gewirke die Aufheizkammer, wo es soweit erwärmt wird, daß die Reaktion beginnen kann. Der sich anschließende Abtafelvorgang unter Dampf innerhalb der Verweilkammer dauert etwa 20 bis 40 Minuten. Das Auswaschen der Chemikalien erfolgt durch Einsatz von zwei bis vier Waschtürmen.Optional kann noch ein Anlagenmodul für das Aufhellen und Weichmachen nach dem Waschturmdurchgang installiert werden. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, eine Demineralisierungsstufe mit Imprägniertrog und Verweilabteil vor der Peroxidimprägnierung einzusetzen.

Leistungsfähiges Rundsengkonzept
DORNIER SengmaschineDie mechanische Behandlung innerhalb der unterschiedlichen Produktionsprozesse verursacht naturgemäß eine mehr oder weniger ausgeprägte Haarigkeit des Garnes. Diese ist um so größer, je gröber die Garnnummer ist. Das gleiche gilt beim Einsatz von Modalfasern. Um die hierdurch entstehende Pillingneigung auch noch nach mehreren Wäschen zuverlässig zu verhindern, kommt dem Vorgang des Rohsengens von Gewirken größte Bedeutung zu.

Auf der Grundlage des beschriebenen und in Mercerisier- und Bleichanlagen bereits seit vielen Jahren bewährten patentierten Rundbreithalters hat DORNIER ein leistungsfähiges Rundsengkonzept entwickelt. Hierdurch ist es zum ersten Mal möglich geworden, Rundwirkware in runder Form ohne Kantenmarkierungen zu sengen.

Der technische Vorgang beginnt damit, daß die Ware über einen Drehtisch und Aufdreher zum Rundbreithalter geführt wird. Um diesen herum sind acht schwenkbare Hochleistungsbrenner ringförmig angebracht. So ist es möglich, selbst bei Durchmesserveränderungen die volle Breite der Flamme jedes Brennersegments in idealer Weise auf das Gewirke aufzubringen.
Das Ergebnis dieses Verfahrens ist eine maximale Homogenität der gesengten Gewirkeoberfläche, wie sie bisher mit keiner anderen Methode zu erzielen war.

Da DORNIER im Bereich der Schlauchwirkwaren-Ausrüstung eine komplette Machinenpalette aus einer Hand anstrebt, werden weitere neuartige Maschinen zur bugmarkierungsfreien Behandlung von Schlauchwirkware entwickelt.