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OPW = HTV + DLW auf diese Formel könnte
man Produkte der Firma Airbags International in Congleton, GB, bringen.
OPW (One-Piece-Woven), das Kürzel für den nahtlos gewebten Airbag
sowie HTV und DLW, die Typbezeichnung der beiden DORNIER-Webmaschinen.
Diese drei trugen dazu bei, in weniger als 10 Jahren diesem Typ Airbag
zu weltweiter Anwendung in der Automobilindustrie zu verhelfen und
Airbags International zum Marktführer zu machen.
Am Anfang war eine Idee...
Einer der Automobilzulieferer, die
Firma Marling in Leek, GB, die Sicherheitsgurte herstellte, plante
1988 den Einstieg in die Airbaggewebeproduktion. Dabei hatte man den
genialen Einfall, ein Doppelgewebe in Jacquardtechnik herzustellen.
Die Idee, die Kontur der Bags entsprechend der beiden Gewebehälften
bindungstechnisch zu verbinden, wurde patentiert. Die anschließenden,
erfolgreichen Grundsatzversuche führten zu einem Joint Venture mit
der für elektronische Autoausrüstungen bekannten Firma Electrolux
aus Schweden, um der Idee des einteilig gewebten Airbags die nötige
Breite und wirtschaftliche Basis zu verschaffen. Das war die Geburtsstunde
der Firma Airbags International.
Bereits vor dieser Gründung bestanden
rege Kontakte des OPW-Teams zur Firma DORNIER. Aus Gründen der Geheimhaltung
arbeitete man bei der Firma H.H. Calmon, einem Weber mit Sitz in einem
Vorort von Bradford, nicht weit entfernt von der Niederlassung der
englischen DORNIER-Vertretung. Nach Versuchen in Lindau wurden Anfang
1991 zwei Webmaschinen in Schaft- und Jacquardausführung nach Calmon
geliefert. Dies war der Beginn einer intensiven Zusammenarbeit zwischen
Kunde und Lieferant. Denn im Gegensatz zu jedem anderen Gewebe erfordert
das auf Jacquardmaschinen hergestellte Hohlgewebe eine vorher nie
gekannte Präzision an Fadendichte, gleichmäßiger Fadenverteilung bis
zu den Kanten, hohe uniforme Festigkeit und absolute Fehlerfreiheit.

Umfangreiche Gespräche
mit europäischen Automobilherstellern folgten. Im Mai 1992 entschloß
sich die Firma European Ford, nach einem Audit der Fertigungsstätten
von Airbaghersteller und Webmaschinenlieferant, den Fahrerbag als
Standard in die Mondeo-Modelle der Baujahre 1993/94 einzusetzen. Der
Passagierbag sollte als Option angeboten werden und dann später ebenfalls
zur Serienausstattung gehören.
Es folgte für AIL eine
Zeit raschen Wachstums, da weitere Automobilbauer von den Vorteilen
dieses Bags überzeugt werden konnten. Das wird daraus ersichtlich,
daß sich die Budgetplanung in der Zeit von 1992 1995 auf 30
zu installierende Webmaschinen bezog. Diese Zahl wurde progressiv
erhöht auf heute 80 Maschinen. Dabei ermöglichte die Übernahme der
Abteilung Automobilprodukte der Firma Elektrolux durch die Firma Autoliv
der Firma AIL eine bereits existierende Produktionsstätte in Congleton
mit 30 Greiferwebmaschinen, einer Ausrüstungsstraße für Airbags und
einem eigenen Forschungs- und Entwicklungszentrum zu bestücken.
Die Produktionskapazität
im Jahre 1995 betrug bei 3 Bags pro Webmaschinenbreite rund 4,5 Mio.
Bags. Damit aber nicht genug. Weiterentwicklung und anhaltend starke
Nachfrage führten zu Überlegungen, ein komplett neues Werk in Congleton
zu errichten.
In der Zwischenzeit hatten
weitere gemeinsame Entwicklungsschritte zwischen AIL und DORNIER dazu
geführt, die Jacquard-Luftwebmaschine produktionsreif für die Herstellung
von Airbaggeweben zu machen. Damit fiel der Startschuß für die Investition
von 50 Luftwebmaschinen für das neue Werk, die in der Zeit von 1995
1998 geliefert wurden.
AIL erbringt heute mit
830 Mitarbeitern auf 80 Webmaschinen eine Jahreskapazität von rund
15 Mio. Bags. Die Gruppe Autoliv produziert in ihren Betrieben in
Deutschland, Spanien, Schweden und England Gas-Generatoren und Module,
konfektioniert Airbags und komplettiert diese mit Lenkrädern, wenn
gewünscht. Diese Werke beliefern die verschiedenen europäischen Automobilhersteller.

Ein Ende der Expansion
ist noch nicht in Sicht. 1997 führte der Zusammenschluß von Autoliv
mit dem für Autosicherheitseinrichtungen bekannten amerikanischen
Hersteller Morton zum Einstieg in den großen, amerikanischen Automobilmarkt.
Damit profitiert auch dieser Markt von AIL´s One-Piece-Woven-Bag,
jedoch durch ein hohes Maß an Innovation und Anpassung durch AIL.
Durch die großräumigeren Limousinen und die Tatsache, daß in den meisten
Staaten der USA kein gesetzlicher Zwang zum Anlegen von Sicherheitsgurten
besteht, ergaben sich weitere Forderungen. AIL nahm diese Herausforderung
an mit der Entwicklung eines neuen Bags.
Da der OPW als Doppelstoff
in Jacquardausführung hergestellt ist, ergeben sich auch Vorteile
bei der Herstellung von Side- und Curtainbags. Das schnelle Reagieren
beim Aufprall erfordert eine Reaktionszeit von nur 8 ms. Das ergibt
größere Belastung für die Airbagstruktur. Gerade hier hat der OPW
auch entscheidende Vorteile.
Bei den zu erwartenden
Entwicklungen von Airbags für Omnibusse, Motorräder und Flugzeuge,
wird das Unternehmen dank der genialen Technik dieses Bags auch in
Zukunft in der "ersten Liga" der Hersteller von Sicherheits-Rückhaltesystemen
zu finden sein. |