Der Gründer der Zorlu-Gruppe, Mehmet
Zorlu, begann Anfang der 50er Jahre in Denizli (Westtürkei) mit einer
Textilfabrikation. Seine Geschäftsprinzipien waren: Redlichkeit, Beharrlichkeit,
Verpflichtung zum Wachstum und vor allem Qualität. Heute führt sein
Sohn Ahmet N. Zorlu die Holdinggesellschaft nach den Grundsätzen seines
Vaters.
Der Textilsektor innerhalb der Holding
besteht aus 14 Produktionsstätten und Vertriebsbüros in der Türkei,
in Frankreich, Deutschland und SüdAfrika. Etwa 40 % der "High
Quality"-Produkte werden exportiert mit steigender Tendenz. Wichtigste
Abnehmerländer sind Deutschland, gefolgt von weiteren EU-Ländern und
den USA. Hergestellt werden Polyester-Garne und daraus Vorhangstoffe
und andere Heimtextilien gewebt, gewirkt und bestickt. Außerdem werden
Baumwollgarne erzeugt, die zu Bettwäsche, Tischwäsche und Vorhangstoffen
weiterverarbeitet werden. Die Stoffe werden in eigenen Betrieben vollständig
ausgerüstet und konfektioniert. Alle Produktionsstätten sind bereits
nach ISO 9002 zertifiziert.
Zorlu Linen, die jüngste und modernste
Textilfabrik der Holding wurde in einer Rekordzeit von nur 9 Monaten
im wahrsten Sinne des Wortes "aus dem Boden gestampft".
Dabei ging das hochmotivierte Projektteam von qualifizierten, türkischen
Ingenieuren unter der Leitung des General Managers Recep Sayar nicht
den üblichen Weg Anschaffung der Maschinen nach Fertigstellung
der Gebäude sondern drehte die Reihenfolge um und errichtete
die Gebäude, je nach dem, wie es für die Montage der Maschinen erforderlich
wurde. Die genaue Ausarbeitung des Projektes mit detaillierter und
ausgeklügelter Logistik und die Einbindung der Lieferanten mit Absichtserklärungen
bei Lieferverzug, führten letztlich zum termingenauen Anlauf der Anlage.
Bereits Wochen vorher wurden die Arbeiter in den Lieferwerken ausgebildet.
Zorlu Linen gilt z. Zt. als größter
integrierter Textilbetrieb Europas und drittgrößter weltweit für die
Herstellung von Heimtextilien aus Baumwolle, mit den Abteilungen Spinnen,
Weben, Färben, Drucken, Ausrüsten, Nähen und Verpacken. Die Jahreskapazität
liegt bei 55 Mio. lfm Bett-, Tischwäsche und Baumwollvorhängen. Mit
einer eigenen Designabteilung stehen stets 300 verschiedene Designs
zur Auswahl und spezielle Kundenwünsche können bereits nach 24 Stunden
in Produktion gehen. Alle bei der Herstellung verwendeten Chemikalien
und Farbstoffe entsprechen den strikten europäischen und USA-Gesundheits-
und Umweltbestimmungen. Mit einer hochmodernen chemischen und biologischen
Abwasser-Reinigungsanlage bewirbt sich das Unternehmen um den Umweltpreis
1999.
In jeder Betriebsabteilung sind die
modernsten Maschinen führender westeuropäischer Hersteller installiert,
um den hohen Qualitätsansprüchen an das Endprodukt gerecht zu werden.
Zorlu Linen verfügt als einer der wenigen Heimtextilienhersteller
über eine 24-farbige Flachdruckmaschine mit 46 Meter Drucktischlänge
und eine 20-farbige Rotationsdruckmaschine. Beide sind ausgelegt für
Gewebebreiten von 320 cm.

Für diese Breiten ist auch die Weberei
ausgerichtet. Hier arbeiten 256 DORNIER-Luftwebmaschinen in Breiten
von 280, 340 und 400 cm Blattbreite. Um hinsichtlich der Artikel flexibel
zu sein, sind als Fachbildeeinrichtung sowohl Exzenter-, Schaft- wie
Jacquardmaschinen im Einsatz. Ausschlag für die Entscheidung zu Gunsten
des DORNIER-Produktes war, neben dem Praxisnachweis breiter Luftwebmaschinen
bis 400 cm Nennbreite, der pneumatisch gesteuerte Lufteinleger PneumaTucker®
für Außen- und Mittenkanten. Er erfordert nur noch knapp 20 % der
Anzahl mechanischer, aber nichtbewegter Teile, als normalerweise verwendete
mechanisch gesteuerte Aggregate. PneumaTucker® können problemlos den
hohen Webgeschwindigkeiten von Luftwebmaschinen folgen. Sie gelten
als besonders zuverlässig und benötigen keine Wartung. Bei einer Schußeintragsleistung
von über 2.000 m/min erreicht Zorlu Linen einen Anlage-Nutzeffekt
von über 90 %, sicherlich das Ergebnis eines perfekten Managements.
Zu recht ist man stolz auf den außerordentlich niedrigen Anteil von
zweiter Wahl, den man jedoch noch weiter reduzieren möchte.
Gemäß dem Leitsatz "nicht die
Nummer 1 in Produktivität", sondern "der Beste von Allen
zu werden" dürfte dieses Ziel auch erreicht werden.